Noriker

Die wendigen und trittsicheren Kaltblüter sind vor allem in Süddeutschland und Österreich anzufinden. 

Steckbrief Noriker

Rasse:

Noriker

Gruppe:

Kaltblut

Stockmaß:

155 - 165 cm

Exterieur:

kompakter, muskulöser Körperbau, trockener Kopf, kräftiger Hals bei nicht zu stark ausgeprägter Unterhalsmuskulatur, stabiler Rücken, kräftige Beine

Fellfarbe:

fast alle Farben

Charakter:

ausgeglichenes Temperament, gutmütig, gehorsam, leistungsbereit, widerstandsfähig

Gang:

trittsicher, gleichmäßig und kraftvoll, hohe Taktsiche

Ursprung:

Österreich

Verbreitung:

Österreich und Süddeutschland

Geeignet für:

Kutsch- und Reitpferd


Pferde-Fakten

Schon gewusst? Das Süddeutsche Kaltblut ging aus der Kaltblutrasse der Noriker hervor. Während in Österreich der Noriker weitergezüchtet wurde, entstand in Bayern Mitte des 20. Jahrhunderts eine schlankere Kaltblutrasse mit dem Namen "Süddeutsches Kaltblut". Noch heute sind die zwei Pferderassen sehr eng miteinander verwandt. 


Robust und besonders trittsicher: Noriker.

Kraftpakete aus den Alpen

Der Noriker ist ein typisches Kaltblutpferd - äußerlich kräftig und imposant, im Inneren ruhig und ausgeglichen. Der Name leitet sich von dem Gebiet Noricum ab, das bereits vor der Geburt Christi Teil des römischen Imperiums war und später zur Provinz wurde. Dort waren die Pferde bereits vor rund 2.000 Jahren vertreten und entwickelten sich von schweren Kriegspferden zu leistungsbereiten Zug- und Arbeitspferden. Sie dienten unter anderem als Packpferde und passten sich an die alpenländische Landschaft an. Noch heute gelten Noriker als besonders trittsicher und kommen auch auf steilem Gelände gut zurecht. Jahrzehntelang wurden unterschiedlichste Pferderassen willkürlich eingekreuzt. Erst im 16. Jahrhundert führten Salzburger Erzbischöfe die ersten Stutbücher ein, wodurch die Zucht der Rasse erstmals geregelt wurde. Vom 17. bis 19. Jahrhundert wurden zahlreiche Pferderassen, darunter englische, belgische, neapolitanische und spanische Pferde zur Veredelung der Noriker eingekreuzt. Seit 1903 wird die Kaltblut-Rasse ausschließlich in Reinzucht gezüchtet. Die derzeit etwa 10.000 Pferde sind heute hauptsächlich in Österreich und Bayern vertreten. Es existieren insgesamt fünf Zuchtlinien, die durch die Hengste Vulkan, Diamant, Nero, Schaunitz und Elmar begründet wurden.

Noriker besitzen ein gutes Temperament und ein super Gangvermögen.

Vielfältige Brauchtumspferde

Im Allgemeinen entsprechen die imposanten Gebirgspferde dem mittelschweren Kaltbluttyp. Sie sind rechteckig gebaut und gut bemuskelt. Charakteristisch sind der trockene Kopf, ausdrucksvolle Augen und weite Nüstern. Der Hals ist kurz und kräftig, der Rücken stabil. Sie zeichnen sich ebenso durch einen gut angesetzten Schweif und eine merkbar gespaltene Kruppe aus. Trotz des kompakten Körperbaus ist der Gang der Kaltblüter durch harmonische Bewegungen und eine ausgeprägte Wendigkeit gekennzeichnet. Dadurch wirken die schweren Pferde sehr anmutig. Die große Vielfalt der vorkommenden Fellfarben macht die Noriker besonders. Am häufigsten vertreten sind Braune, Füchse und Rappen in unterschiedlichsten Schattierungen. Aber auch Mohrenköpfe, Platten- und Tigerschecken kommen vor und sind ein echter Blickfang.

Die ursprünglichen Arbeitspferde besitzen einen sehr ausgeglichenen Charakter. Sie gelten als gutmütig und nervenstark und sind auch aufgrund ihrer hohen Zuverlässigkeit und ihres ruhigen Temperaments unter Reitern sehr beliebt. Je nach Zuchtlinie sind einzelne Eigenschaften bei den Pferden mehr oder weniger stark ausgeprägt. Pferde der Vulkan-Linie sind am weitesten verbreitet und bestechen durch einen starken und ausgewogenen Charakter. Tiere der Nero-Linie wirken besonders edel. Sie besitzen ein gutes Temperament und ein ausgezeichnetes Gangvermögen. Kaltblüter, die zur Diamant-Linie gehören, sind eher von einem leichteren Schlag und wirken etwas drahtig, mit strengen Kopflinien und guten Proportionen. Die besonders hübschen Tigerschecken findet man ausschließlich in der Elmar-Linie. Die schnittigen Vierbeiner gelten als temperamentvoll und edel. Noriker aus dieser Zuchtlinie sind aufgrund ihrer schönen Fellzeichnung äußerst begehrt. Kaltblut-Pferde aus der Schaunitz-Linie sind ebenfalls für ihr lebhaftes Temperament bekannt. Sie sind sehr robust und eignen sich aufgrund ihrer kraftvollen und gleichmäßigen Gänge besonders gut für den Fahrsport.

Früher dienten Noriker hauptsächlich als Arbeits- und Zugpferde in der Landwirtschaft, heute sind die schönen Kaltblüter aufgrund ihres genügsamen und ausgeglichenen Wesens beliebte Freizeitpferde. Dank ihrer Trittsicherheit kann man mit ihnen selbst auf schwierigem Gelände lange Wanderritte unternehmen. Im süddeutschen und österreichischen Raum gelten sie sogar als Symbol und werden im Rahmen des bäuerlichen Brauchtums eingesetzt. Bei Paraden und Festumzügen werden die kräftigen Vierbeiner vor schöne Kutschen gespannt und ziehen so alle Blicke auf sich.

Fragen & Antworten zu Noriker
  • Sind Noriker Gewichtsträger?

    Noriker werden meistens aufgrund ihres kräftigen Körpernbaus als Gewichtsträger angesehen, was sie aber nicht unbedingt sind. Noriker wurden ursprünglich für das Fahren gezüchtet und  nicht für das Reiten.

  • Wie groß werden Noriker Pferde?

    Noriker haben ein Stockmaß von 155 bis 165 cm.

  • Wie schwer sind Noriker?

    Noriker haben einen kompakten, gut bemuskelten Körperbau und werden mit ungefähr 700 bis 800 als mittelschweres Kaltlbut eingestuft.

  • Ist Noriker ein Kaltblut?

    Noriker sind Kaltblüter, die vor allem in Süddeutschland und Österreich anzufinden sind. Das Süddeutsche Kaltblut ist eng mit dem Noriker verwandt, es ging sozusagen aus der Kaltblutrasse der Noriker hervor und bildete in Bayern Mitte des 20. Jahrhunderts eine schlankere Kaltblutrasse mit dem Namen "Süddeutsches Kaltblut".

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