Esel

Sie sind treu, verschmust und sehr intelligent: Esel waren daher schon vor Jahrtausenden Gefährten der alten Ägypter. 

Steckbrief Esel

Rasse:

Esel

Gruppe:

Afrikanischer Esel

Stockmaß:

90 - 160 cm

Exterieur:

lange Ohren, Stehmähne, oftmals helle Färbung am Bauch und zebraähnliche Abzeichnungen an den Beinen, quastenartiger Schwanz, Schulterkreuz

Fellfarbe:

grau, braun, schwarz, selten auch weiß

Charakter:

intelligent, sehr sozial, feinfühlig, mutig

Ursprung:

Afrika

Verbreitung:

weltweit

Geeignet für:

tiergestützte Therapie, Schafherdenschutz, Landschaftspflege


Esel-Fakten

Schon gewusst? Die Kreuzung zwischen einem Pferd und einem Esel nennt man Maulesel. Ein Maulesel hat einen Pferdehengst als Vater und eine Eselstute als Mutter. Beim Muli, auch Maultier, verhält es sich andersherum: Die Mutter ist eine Pferdestute und der Vater ein Eselhengst. Maultiere und Maulesel können sich allerdings nicht weiter vermehren.


Gar nicht stur: der Esel.

Unterschätzte Langohren mit besonderen Fähigkeiten

Ein sehr außergewöhnliches Mitglied der Pferdefamilie ist der Hausesel. Er stammt vom Afrikanischen Wildesel ab und wurde schon vor tausenden von Jahren domestiziert. Vor allem wurde er als Reit- und Lasttier genutzt, dann jedoch mehr und mehr durch das Pferd ersetzt. Wegen seiner Zähheit und Trittsicherheit auf unebenem Boden blieb er aber ein treuer Begleiter des Menschen. Vor allem die ärmeren Schichten der Völker in allen Epochen konnten sich in der Regel eher einen robusten Esel als Arbeitstier leisten als ein elegantes Pferd. Dies hat dazu beigetragen, dass der Esel bis heute deutlich weniger Anerkennung erhält als das Pferd.

Ein weiterer Grund dafür ist, dass diese langohrigen Tiere als stur gelten. Allerdings beruht das auf einem Missverständnis: Bei Gefahr ergreifen Esel nicht wie Pferde gleich die Flucht, sondern sie bleiben stehen. Dabei nehmen sie sich einen Moment Zeit, um zu entscheiden, ob sie wegrennen, stehen bleiben oder zum Angriff übergehen sollen – tatsächlich gehen Esel auch mal auf ihre Feinde los, wenn es nötig ist. Auch wenn es äußerlich oft nicht so wirkt, stehen Esel in dieser Entscheidungssituation unter großem Druck. Wenn ein Halter dann noch versucht, den Esel anzutreiben oder weiterzuziehen, löst das beim Tier noch mehr Stress aus. Es wird sich daher erst recht nicht vom Fleck bewegen. Ein Esel ist also keineswegs störrisch, doch der Umgang mit ihm erfordert viel Geduld und Einfühlungsvermögen. Hat eine Person allerdings das Vertrauen eines Langohren gewonnen, entpuppt sich dieser als sehr treuherziger Freund. Die Zusammenarbeit ist dann auch durch eine hohe Motivation und Lernbereitschaft gekennzeichnet. Dabei zeigen die intelligenten Tiere gern auch mal ihre komödiantische Seite, was verschiedene Esel in der Show schon mehrfach unter Beweis stellten.

Weltweit gibt es über dreißig Eselrassen.

Andere Eigenschaften – andere Bedürfnisse

Esel sind sehr eng mit den Pferden verwandt, unterscheiden sich jedoch in vielen Punkten. Sie besitzen keinen üppigen Schweif, sondern einen Schwanz, der in einer Quaste endet. Typisch für die Tiere sind auch die kurze Stehmähne sowie der Aalstrich, der über den Rücken läuft. Ihre Rufe sind sehr viel lauter als ein Pferdewiehern, sodass sie auch über große Entfernungen von bis zu drei Kilometern miteinander kommunizieren können.  Um diese Laute über eine so große Distanz hören zu können, haben Esel längere Ohren als Pferde, mit denen sie besonders drollig wirken. Das meist graue Fell des Esel ist nicht wasserabweisend, daher braucht ein Esel bei Regen einen schützenden Stall. Auch die Nahrung unterscheidet sich von Pferden: Esel sind gute Futterverwerter und sollten wenig Getreide und saftiges Gras fressen, da sonst Krankheiten und Übergewicht drohen. Stattdessen brauchen sie viel Raufaser, beispielsweise Äste und Rinde, Heu und Stroh.

Es gibt weltweit über dreißig verschiedene Eselrassen. Allerdings kann der Großteil der Hausesel keiner dieser Rassen zugeordnet werden, sodass sie nur grob in Zwergesel, Normalesel und Großesel eingeteilt werden. Von den jeweiligen Eselrassen gibt es nur wenige Exemplare. Zuchtverbände bemühen sich aber, sie vor dem Aussterben zu bewahren.

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