Britische Ponys

Steckbrief Welshponys:

Rasse: Welsh Pony
Gruppe: Sektion A, B und C: Pony / Sektion D: Kleinpferd
Stockmaß: Sektion A: bis 122 cm; Sektion A: bis 122 cm; Sektion D: 137 – 155 cm
Exterieur  unterscheidet sich leicht je nach Sektion, dennoch haben alle gemeinsame Merkmale – edler Kopf, gut angesetzter Hals, stark bemuskelter und geschwungener Rücken, feste Hufe, kräftiges Fundament
Fellfarbe:  alle Farben, keine Schecken
Charakter:  menschenbezogen, freundlich, feuriges aber ausgeglichenes Temperament
Gang:   elastische, raumgreifende Bewegungen
Ursprung:  Großbritannien, Wales
Verbreitung:  weltweit
Geeignet für:  Freizeit- und Dressurreiten, Fahren

 

Für Groß und Klein den passenden Typ

Neben den Shetlandponys gehören die Welsh Ponys zu den beliebtesten Reitponys in Deutschland. Die aus Wales in Großbritannien stammenden Zwerge werden aufgrund ihres freundlichen Wesens gern als Reitponys für Kinder und Jugendliche eingesetzt. Sie sind sehr menschenbezogen und können eine tiefe Verbindung zu ihrem Reiter aufbauen. Hat man das Vertrauen der gutmütigen Tiere erst einmal gewonnen, darf man sich über eine Freundschaft fürs Leben freuen. Ihnen wird zwar ein feuriges Temperament nachgesagt, allerdings fehlt Welshponys der für die Tiere typische Eigenwille. Die walisischen Minis bestechen durch ihren ausgewogenen Charakter und ihre sehr umgängliche Art. Darüber hinaus zeigen sich die intelligenten Tiere äußerst leistungsbereit und machen als Dressur- und Turnierponys selbst bei schwierigen Lektionen eine gute Figur. Doch nicht alle Welsh Ponys sind hinsichtlich ihrer Charakterzüge und Erscheinung gleich. Man unterscheidet zwischen verschiedenen Sektionen, die mit der Gründung des englischen Zuchtverbands 1901 entstanden sind.

Zu den Welsh-A gehören die kleinsten der Welsh Ponys. Sie erreichen eine Größe von maximal 1,22 Metern und gehören damit sogar zu den kleinsten Ponyrassen überhaupt. Das Welsh-A bildet die Ursprungsrasse, aus der alle weiteren Sektionen entstanden sind. Die auch als Welsh Mountain Ponys bekannten Zwerge kamen ursprünglich im walisischen Bergland als Grubenponys zum Einsatz. Dafür mussten sie sehr robust sein – eine Eigenschaft, die sie sich bis heute bewahrt haben. Die arbeitswilligen Vierbeiner zeichnen sich durch eine hohe Trittsicherheit und Ausdauer aus. Ihr aufmerksames Wesen macht sie zu perfekten Reitponys für kleine Kinder. Dank ihrer hervorragenden Fahreigenschaften hinterlassen Welsh-A auch als Kutschponys einen bleibenden Eindruck. Anders als typische Ponys wirken sie mit ihrem fein modellierten Kopf, ihren großen, freundlichen Augen und ihrem seidigen Langhaar besonders elegant. Der mittellange Hals mündet in einen kräftigen, geschwungenen Rücken. Sie besitzen eine breite Brust und kräftige Beine. Weitere Merkmale sind eine gute Rippenwölbung und eine große Gurtentiefe.

Ponys der Sektion B sind etwas größer und erreichen ein Stockmaß von bis zu 1,37 Metern. Entstanden ist dieser Typ durch die Kreuzung von Welsh Mountain Ponys mit Arabern und englischen Vollblütern. Durch den hohen Anteil an orientalischem Blut sind die Grundgangarten bei ihnen von Natur aus sehr gut ausgeprägt. Sie besitzen auch ein angeborenes Sprungtalent und werden gern im Turniersport eingesetzt. Die niedlichen Alleskönner sind vielseitig einsetzbar und werden insbesondere von Kindern und Jugendlichen gern geritten. Hier sollte aber beachtet werden, dass es auch innerhalb der Welsh-B zwei Typen gibt – während sich der eine Typ durch seine ausgeglichene Art und sein kompaktes Fundament auszeichnet, ist der andere etwas eleganter, dafür aber auch um einiges temperamentvoller.

Welsh Pony Cobs gehören der Sektion C an und präsentieren sich mit einem sehr muskulösen Körperbau und einem Stockmaß von ebenfalls maximal 1,37 Metern. Anders als die Welsh-B sind die Welsh-C jedoch wesentlich kompakter und schwerer gebaut. Sie haben neben Arabern auch Kaltblüter als Vorfahren, da man im frühen 20. Jahrhundert die Zucht eines mittelgroßen Pferdes anstrebte, das auch in der Landwirtschaft und als Reitpferd für Erwachsene eingesetzt werden konnte. Wie auch die anderen Welsh Typen treten Welsh Pony Cobs als Schimmel, Braune, Füchse und Rappen auf. Auch Falben und Palominos kommen vor, lediglich Schecken sind unerwünscht. Sie besitzen weitaus robustere Körper und kräftigere Gelenke als Welsh-A Ponys und können damit auch von Erwachsenen problemlos geritten werden. Weitere charakteristische Merkmale sind die melonenförmige Kruppe samt guter Behosung. Einige Tiere können auch einen leichten Kötenbehang aufweisen.

Zu guter Letzt gibt es da noch die Welsh Cobs, die mit einem Stockmaß von 1,37 bis 1,55 Metern bereits zu den Kleinpferden gehören. Ein Pony der Sektion D ähnelt dank seiner Größe eher einem Pferd als einem Pony. Die Kombination aus einer starken Bemuskelung und einem sehr kräftigen Fundament lassen die Welsh Cobs besonders imposant wirken. Daher auch der passende Name „Cob“, denn „Cob“ ist ein walisischer Ausdruck für „Klotz“ oder „Brocken“. Durch die Einkreuzung von Kaltblütern, spanischen Pferden und Kutschpferden unterschiedlicher Rassen entstand dieser kraftvolle, edle Pferdetyp. Trotzdem haben auch die Welsh-D einige für Ponys typische Eigenschaften bewahrt, unter anderem der ausdrucksvolle Kopf mit einer breiten Stirn, weiten Nüstern und großen Augen. Die gutmütigen Vierbeiner eignen sich bestens als Freizeitpferde für die ganze Familie. Wie ihre Kollegen aus den anderen Sektionen bestechen auch sie durch ihre vielseitigen Einsatzmöglichkeiten sowohl im Reitsport als auch in der Dressur.

Pferde-Fakten

Schon gewusst? Neben den Sektion A, B, C und D gibt es noch das Welsh-Partbred. Zu dieser Kategorie gehören alle Ponys mit einem Welsh-Blutanteil und mindestens 12,5%. Viele erfolgreiche Sportponys in Deutschland sind übrigens Welsh-Partbreds.