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Älteste Rasse Amerikas

Steckbrief Quarter Horse:

Rasse: (American) Quarter Horse
Gruppe: Warmblut
Stockmaß: 145 – 165 cm
Exterieur: kompakter Körperbau, kurzer, breiter Kopf, sehr muskulöse Hinterhand, breiter Stand
Fellfarbe:  alle Farben, keine Schecken erwünscht
Charakter:  ruhig, freundlich, intelligent, leicht zu trainieren
Gang:  weich, flach, bekannt für den langsamen Trab „Jog“
Ursprung:  USA
Verbreitung:  weltweit
Geeignet für:  Dressur- und Westernreiten, Rodeo, Turnier- und Reitsport, Freizeit

DAS Pferd für Cowboys – aber nicht nur

Mit über 4,6 Millionen Tieren sind Quarter Horses die am häufigsten vorkommende Pferderasse auf der Welt. Dass sie unter Reitern sowohl als Sportpferde als auch als Freizeitpferde sehr beliebt sind, ist kein Wunder. Ihre Vielseitigkeit gepaart mit einem ausgeglichenen Gemüt macht sie schließlich zu verlässlichen Partnern in vielen Bereichen. Viele verbinden mit den amerikanischen Pferden zunächst Cowboys und Rinderherden. Tatsächlich werden die Tiere sehr gerne zum Treiben von Rindern eingesetzt, da sie den sogenannten „Cow Sense“ besitzen. Das heißt, die Pferde haben ein natürliches Gespür für die Rinderherde und das Ziel ihres Reiters und können ihre Bewegungen selbstständig an das Geschehen anpassen. Doch das ist nicht die einzige Besonderheit dieser Rasse: American Quarter Horses sind die schnellsten Pferde beim Rennen über eine Viertelmeile (ca. 400 Meter) und verdanken diesem Umstand auch ihren Namen. Bei den „Quarter Mile Races“ beschleunigen sie wahnsinnig schnell und hängen damit andere Pferderassen – auch englische Vollblüter – locker ab.

Entstehen konnte die älteste nordamerikanische Pferderasse, indem man verschiedene europäische Rassen kreuzte und ihre positiven Eigenschaften und Fähigkeiten in einem Pferd versammelte. Auf dem Kontinent waren die Wildpferde bereits ausgestorben, als europäische Siedler im 17. und 18. Jahrhundert Amerika entdeckten und Pferde mitbrachten. Aus Kreuzungen von Arabern, Berbern, Englischen Vollblütern und irischen Ponys ging irgendwann das Quarter Horse hervor. Dieses musste den Siedlern bei der Eroberung Amerikas in allen Lebenslagen und schwierigen Situation ein treuer Partner sein – so behielten die loyalen Vierbeiner ihre Robustheit und Zuverlässigkeit bis heute.

Quarter ist nicht gleich Quarter

Der weltweit mitgliederstärkste Zuchtverband, die American Quarter Horse Association, unterscheidet zwischen verschiedenen Typen des Quarter Horses. Je nachdem, wofür das Pferd eingesetzt wird, sind bestimmte Merkmale stärker ausgeprägt. Was sie jedoch alle gemeinsam haben, ist die stark bemuskelte Hinterhand und der kleine Kopf. Typisch für die muskulösen Vierbeiner sind zudem die kleinen Fuchsohren und die ausgeprägten Ganaschen. Der klassische Typ Quarter Horse nennt sich „Stock Type“. Darüber hinaus werden die verschiedenen Typen alle nach der jeweiligen Westerndisziplin benannt, für die sie gezüchtet werden. Sämtliche Fellfarben und Schattierungen sind zugelassen. Auch diese tragen bei Quarter Horses ganz eigene Namen, es gibt über 17 Bezeichnungen. Nur Schecken sind nicht erwünscht und werden daher als sogenannte Paint Horses eingetragen. In der Regel sind Quarter Horses nervenstark, sensibel und gutmütig. Sie lernen schnell und gerne Neues und sind daher unter Reitern unterschiedlichster Reitweisen äußerst beliebt. Die Spezialität dieser Pferde, für die sie hauptsächlich eingesetzt werden, ist aber das Westernreiten und die dazugehörigen Disziplinen wie das Reining.

Pferde-Fakten: 

Schon gewusst? Dass das Westernreiten und damit auch die Zucht der Westernpferde nach Deutschland kamen, ist vor allem dem bekannten Schweizer Pferdetrainer Jean-Claude Dysli und dem Amerikaner Alan Jacob zu verdanken. Beide brachten Anfang der 60er Jahre die ersten Quarter Horses nach Europa. Jean-Claude Dyslis Tochter Kenzie, die bei der Show „Welt der Fantasie“ unser Horse Consultant ist, führt die Zucht noch heute auf ihrer Hacienda in Andalusien weiter.