So schön die Sommerzeit auch ist, die brennende Sonne, die schwülen Temperaturen und drückende Hitze sind eine ziemliche Belastung für den Körper – nicht nur für den Menschen. Was unseren Kreislauf sehr beansprucht, ist für Pferde noch viel belastender, denn sie überhitzen bis zu zehnmal schneller als Menschen. Wir erklären, auf was man bei der sommerlichen Pflege achten muss, damit unsere vierbeinigen Gefährten die Hitze gut überstehen.

Minerallecksteine und ausreichend „Drinks“

Im Sommer ausreichend zu trinken ist bei Pferden genau wie beim Menschen das A und O! Genau wie wir regeln die Tiere ihre Körpertemperatur durchs Schwitzen. Nach einer Trainingseinheit im Sommer hat ein Pferd dann nicht selten bis zu 20 Liter Wasser ausgeschwitzt und viele Salze aus dem Körper gespült. Daher ist es ist nicht ungewöhnlich, dass es in der heißen Jahreszeit bis zu 80 Liter Wasser pro Tag trinken muss – den Tieren sollte also immer frisches Trinkwasser zur Verfügung gestellt werden. Den mit dem Schwitzen verbundenen Salzverlust kann man einfach mit einem Mineralleckstein ausgleichen, den man neben der Tränke platziert.

Suche schattiges Plätzchen für einen guten Freund

Auch Antonio – der Sohn von Freiheitskünstler Bartolo Messina – hilft mit, den Stall im Sommer sauber zu halten.

Neben ausreichend Wasser sollten Pferde rund um die Uhr die Möglichkeit haben, sich selbst einen Schattenplatz zu suchen. Tagsüber auf der Weide sollte also darauf geachtet werden, dass sie unter Bäumen oder Unterständen ein kühleres Plätzchen finden. Ist keine geeignete Weide vorhanden, empfiehlt es sich, die Tiere während der Mittagsstunden in den kühlen Stall zu bringen – oder man verlegt die Weidezeit gleich auf die Nacht oder frühen Morgenstunden.

Der Stall sollte zu jeder Tageszeit luftig, kühl und tagsüber hell sein. Dass er täglich vom Pferdemist gereinigt wird, ist im Sommer besonders wichtig, um Fliegen und der Entstehung von Fäulnisgasen vorzubeugen. Um die Luftzirkulation zu verbessern, beziehungsweise beizubehalten, sollte man vorhandene Fenster öffnen. Zugluft hingegen sollte unbedingt vermieden werden, da es beim Pferd leicht zu Muskelverspannungen kommen kann – das kennt wohl auch Unsereins. Wenn es immer noch zu warm im Stall ist, kann man die Stallgasse auch einfach mit Wasser berieseln. Dadurch wird nicht nur der Staub reduziert, die Verdunstungskälte lässt zugleich ein angenehmeres Klima entstehen.

Ein bisschen zu heiß zum Reiten

Aufgrund der Hitze trainieren die Reiter von CAVALLUNA im Sommer vornehmlich in der Halle.

Im Sommer sollte man das Training unbedingt den Temperaturen anpassen. Im Schritt zu arbeiten und ausreichend Erholungsphasen mit Trinkpausen einzulegen, gehören bei einem leichten Training unbedingt dazu. Da Pferdekörper schneller aufheizen als die von Menschen, ist Reiten bei zu großer Hitze zu vermeiden. Am besten wählt man auch hier die kühleren Morgen- und Abendstunden. Wer nur die Möglichkeit hat mittags zu reiten, kann mit einem Ausritt im dichten und schattigen Wald, oder durch das Verlegen des Trainings in die Reithalle der prallen Hitze entgehen. Ganz auf Bewegung verzichten sollte man nicht, denn sie beugt beim Pferd unter anderem gefährliche Koliken vor.

Die Sonne brennt, der Sattel sitzt

Natürlich sollte der Sattel das ganze Jahr über gut sitzen. Doch in der Sommerzeit ist es noch viel wichtiger darauf zu achten. Sowohl eine falsche Position als auch Salzverkrustungen bei Sattel und Reitdecken können beim Pferd zu unangenehmen Druckstellen führen. Häufigeres Waschen der Reituntensilien hilft dabei, diesen vorzubeugen. Nach getaner Arbeit ist eine Abkühlung immer sehr angenehm. Bei Pferden sollte man jedoch bei der spritzigen Erfrischung einiges beachten: Nach einem Training gibt man ihnen erst einmal etwas Zeit, sich abzukühlen und im Schatten zu regenerieren. Ein Hinweis kann die Atmung sein, die wieder im Normalbereich ist. Danach kann man sie mit handwarmen Wasser abduschen. Obacht sollte bei kaltem Wasser geboten werden: Es wäre weder für die Muskulatur noch für den beanspruchten Kreislauf gut. Außerdem beginnt man mit dem Abspritzen am besten an den Beinen, arbeitet sich dann Richtung Brust vor und endet am Hals der Tiere. Danach sollte man das Wasser mit einem Schweißmesser abziehen. Letzteres ist sehr wichtig, da sich die Wasserschicht auf dem Fell sonst ebenfalls erhitzen und somit den genau gegenteiligen Effekt haben kann. Erst wenn die Vierbeiner im Halbschatten getrocknet sind, führt man sie zurück in den Stall. Der schöne Nebeneffekt des Abduschens: Das Fell juckt nicht mehr und weniger Fliegen werden angelockt.

Natürlich darf man jedoch nicht vergessen, dass auch Pferde individuell unterschiedlich reagieren. Jedes Tier hat andere spezielle Bedürfnisse, auf die man gezielt eingehen muss.