Der Spanische Schritt ist eine typische Lektion der Klasssichen Dressur.

Die klassische Dressur – oder auch die englische Reitweise – ist in Europa am weitesten verbreitet. Sie besteht aus unterschiedlichen Klassen und Lektionen und ist, in Vollkommenheit und Perfektion geritten, auch für Nicht-Reiter ein wahrer Augenschmaus. Ihre Geschichte reicht weit zurück und begleitet Reiter und Pferde in vielen Ländern seit Jahrhunderten. Sie orientiert sich grundsätzlich an der Gesunderhaltung und Gymnastizierung des Pferdes. Alle Lektionen und Bewegungsabläufe lassen sich in weniger perfektionierter Form auch auf der Weide, vor allem bei Hengsten, beobachten: Ihr natürliches Imponiergehabe und ihr Drang, sich Stuten zu präsentieren, verleitet sie völlig fern vom Menschen zum Steigen, zum imposanten Heben der Vorderbeine, zu Sprüngen und vielen weiteren Lektionen.

Reiterliches Können zeichnet sich bei der Klassischen Dressur besonders dann aus, wenn man die Hilfegebungen kaum sichtbar sind.

Entwickelt wurden viele der Lektionen im militärischen Kontext, fast alle hatten im Kriegsfall eine klare Funktion: So diente beispielsweise die Kapriole, ein hoher Sprung, bei dem das Pferd in der Luft nach hinten ausschlägt,  dazu, einen heranstürmenden Gegner aus dem Weg zu räumen. Nach und nach verlor die Anwesenheit der Vierbeiner auf dem Schlachtfeld jedoch an Bedeutung und die Lektionen dienten wieder vermehrt dem Training und der Verbindung zwischen Mensch und Tier. Heute besteht das oberste Ziel der klassischen Ausbildung darin, mit dem Pferd über feine, kaum äußerlich sichtbare Hilfen zu kommunizieren und es so zu gymnastizieren, dass es durchlässig und entspannt alle Übungen zeigt und dabei auch selbst motiviert ist. Eine große Herausforderung, denn Anforderungen in den oberen Dressurklassen verlangen einiges an reiterlichem Können.