Wendigkeit und Schnelligkeit zeichnen die Reitweise der Doma Vaquera aus.

Was ist Doma Vaquera?

Vor allem das Reiten mit einer Hand fordert viel Geschick des Reiters.

Die traditionelle spanische Reitweise Doma Vaquera ist geprägt von Lebendigkeit und Präzision in einer untrennbaren Einheit von Reiter und Pferd. Die temperamentvolle Doma Vaquera, geritten mit einer ca. 3 Meter langen Holzstange, der „Garrocha“, ist eine der schönsten und faszinierendsten Disziplinen aus Südeuropa. Vor allem das Reiten mit einer Hand fordert viel Geschick des Reiters.

Woher stammt Doma Vaquera?

Ursprünglich wurde die Reitweise, die viel Wendigkeit, Schnelligkeit und Ausdauer verlangt, von den Rinderhirten, Vaqueros genannt, genutzt. Mit Hilfe der „Garrocha“ trieben sie zu Pferd ihre Herden zusammen und achteten darauf, dass entlaufene Rinder wieder eingefangen oder von der Herde getrennt werden konnten. Sie entstand im 17. Jahrhundert im südspanischen Andalusien und ist seitdem fester Bestandteil des Zusammenlebens zwischen Mensch und Pferd. Die iberische Reitweise ist zudem der Anfang von allem. Auch von dem beliebten Westernreiten. Grund dafür ist, dass die spanischen Hirten die Doma Vaquera mit nach Amerika gebracht haben. 

Vollständige Harmonie zwischen Pferd und Mensch

Mit kraftvoller Dynamik und Leichtigkeit verkörpert die Doma Vaquera einen idealen Mittelweg zwischen dem Westernreiten als traditionelle Arbeitsreitweise und dem klassischen Dressurreiten und verlangt somit von Pferd und Reiter ein unglaublich feines Zusammenspiel. Dabei fordern die einzelnen Lektionen und der ständige Wechsel zwischen hoher Versammlung und dynamischer Schnelligkeit das Pferd immens. Traversalen, Pirouetten und Fliegende Galoppwechsel gehören fest in das Repertoire eines ausgebildeten Doma Vaquera-Pferdes. Eine besondere Herausforderung für die Reiter ist es, einhändig mit der linken Hand und mit der schweren „Garrocha“ in der rechten Hand zu reiten. Dadurch ist es notwendig, das Tier fast ausschließlich über Gewichts- und Schenkelhilfen zu lenken – eine anspruchsvolle Aufgabe, beachtet man das rasante Tempo, in dem sich Pferd und Reiter  bewegen. Daher spielen auch Schritt und Galopp beim Reiten gleichermaßen eine wichtige Rolle bei der Doma Vaquera. Der Schritt ist wichtig um das Pferd ausreichend zu schonen, während der Galopp immer dann zum Einsatz kam, wenn die Rinder sich beispielsweise von der Herde entfernten und so zu den anderen Tieren zurückgetrieben werden mussten. Das macht die Arbeitsreitweise unter anderem so spannend.