Wie beim Menschen sind die Nüstern auch bei Pferden etwas geweitet, wenn sie in Bewegung sind.

Die Nüstern der Pferde sind weit mehr als nur eine Pferdenase. Sie sind – wie die Ohren auch – ein wichtiges Kommunikationsmittel. Doch nicht nur das zeichnet Nüstern aus. Pferde haben einen weit ausgeprägteren Geruchssinn als Menschen, was sich immens auf ihr Gefühlsleben auswirkt. Außerdem sind die Nüstern mit vielen kleinen Härchen übersät, was Pferden einen einzigartigen Tastsinn verleiht.

Die Anatomie der Nüstern

Die Nüstern sind die Nasenöffnungen der Pferde. Jedoch können Pferde, wie andere Lebewesen, nicht nur das Maul atmen. Das kommt daher, dass sie über einen langen Gaumensegel verfügen, der die Atmung behindert. Daher stellen die Nüstern den einzigen Atemweg für die Vierbeiner dar. Der Geruchssinn ist besonders ausgereift. Das liegt unter anderen auch daran, dass Pferde über ein zusätzliches Geruchsorgan verfügen: Das Jakobson’sche Organ. Mit diesem Organ können Pferde sogar Pheromone erschnuppern. So kann es zu Beispiel sogar so weit kommen, dass selbst kleinste Gerüche dem Pferd Angst einjagen. Gleichzeitig kann es so aber auch Raubtiere lange im Voraus wahrnehmen und sich in Sicherheit bringen.
In den großen Nasenlöchern sitzen viele Geruchsnerven, wodurch Pferde unter anderem filtern können, was sie auf der Weide fressen möchten und was nicht. Mit den Nüstern streifen sie über Gräser und Kräuter und entscheiden dann anhand all dieser Informationen, welche sie fressen möchten.

Nüstern als Kommunikation

Pferde atmen, riechen und tasten sich mit den Nüstern voran. Sie nutzen sie aber auch, um mit anderen Pferden oder ihren Reitern zu kommunizieren. Um andere Pferde zu begrüßen, pusten sie ihnen zum Beispiel in die Nase.

Geblähte Nüstern können bedeuten, riecht es eventuell etwas Unbekanntes oder ist sogar aufgeregt. Es kann auch sein, dass es sich in diesem Moment sehr anstrengt und so versucht mehr Luft zu bekommen. Ein entspanntes Pferd macht bis zu 16 Atemzüge in einer Minute. So kann auch heftiges Atmen ein Zeichen von Anstrengung sein,

Was Mensch und Tier im Sinne der Körpersprache verbindet, ist ein missbilligendes Naserümpfen. Befinden sich um die Nüstern viele kleine Fältchen, ist das Pferd verärgert oder gar schlecht gelaunt. Schnaubt es dagegen, ist es in dem Moment entspannt und zufrieden. Einzelne Aktionen der Nüstern können so praktisch als eine Übersetzung der Emotionen gewertet werden. Es ist wie eine ganz eigene Sprache.