Alter Real

Die wunderschönen Pferde aus Portugal bestechen nicht nur durch ihr Exterieur, sondern sind darüber hinaus sehr talentiert und begabt für Lektionen der Hohen Schule.

Steckbrief Alter Real

Rasse:

Alter Real

Gruppe:

Warmblut

Stockmaß:

150 -160 cm

Exterieur:

quadratischer Körperbau, gerades Profil mit kleinem Kopf, üppiges, wallende Mähne und tiefschwarzer, üppiger Schweif

Fellfarbe:

vorwiegend Braune, selten Füchse und Schimmel

Charakter:

intelligent, lernwillig, nervenstark, mutig, ausgeglichen

Gang:

ausdrucksstark, hohe Knieaktion, betonte Bewegungen

Ursprung:

Portugal

Verbreitung:

Portugal

Geeignet für:

Dressur- und Showreiten, Freizeitpferd


Pferde-Fakten

Schon gewusst? Altér Real-Pferde sind fast ausschließlich in Portugal verbreitet. Dennoch gibt es in Brasilien, tausende Kilometer von Altér do Chão entfernt, eine Pferderasse mit portugiesischen Wurzeln – die Mangalarga Marchador. Entstanden ist die Rasse Anfang des 19. Jahrhunderts, als Teile des portugiesischen Königshofes vor der Invasion Napoléons flüchteten und sich daraufhin in Brasilien niederließen. Gegründet wurde die Rasse durch die Einkreuzung des Hengsts Sublime mit berbischen sowie andalusischen Stuten.


Blaues Blut: der Alte Real ist königlicher Abstammung.

Royale Warmblüter

Im 18. Jahrhundert ging aus einem portugiesischen Herrscherhaus eine besondere Pferderasse hervor, die Altér Real. „Real“ bedeutet auf portugiesisch „königlich“ und deutet auf die royale Abstammung des Gestüts. „Altér“ verweist auf die geografische Herkunft, denn die Zucht begann in Altér do Chão in der südportugiesischen Provinz Alentejo. Es wurden nur erstklassige andalusische Stuten zur Veredelung der Rasse eingesetzt mit dem Ziel, besonders edle Pferde präsentieren zu können. Die Pferde wurden demnach als Parade- und Sportpferde im Königshof eingesetzt und waren seit jeher für die klassische Reitkunst, insbesondere die „Hohe Schule“ besonders gut geeignet. Im 19. Jahrhundert nahm die Population der Altér Real rasant ab, nachdem der Großteil des Zuchtbestandes gestohlen und zerstört wurde. Erst mit der Einkreuzung spanischer Pferde konnte der Bestand gerettet werden. Anfang des 20. Jahrhunderts und mit dem Ende der portugiesischen Monarchie war die Rasse wieder fast vom Aussterben bedroht. Dass die Altér Real noch heute existieren, ist dem privaten Züchter Hippologe Dr. Ruy D´Andrade zu verdanken, der 3 Altér Real Hengste und 11 Stuten rettete und die Zucht privat weiterführte. So konnte 1942 das Gestüt Altér wiedereröffnet und der Bestand der Pferderasse gesichert werden. Heutzutage werden die portugiesischen Pferde in Reinzucht gezüchtet. Neben den Gestüten Coudelaria Nacional, Veiga und Andrade wird das Gestüt Altér, oder auch Coudelaria de Alter, als eines der wichtigsten Zuchtlinien Portugals angesehen. Als Aushängeschild für die iberische Rasse gilt der Hengst Rubi AR. Er erlangte weltweite Bekanntheit durch seine spektakulären Auftritte in Europa- und Weltmeisterschaften, sogar bei den olympischen Spielen.

Der Alte Real gilt als durchgezüchteter Schlag der Lusitanos.

Enge Verwandte der Lusitanos

Die Rasse Altér Real gilt aufgrund der hohen Ähnlichkeit und der engen Blutführung als besonders durchgezüchteter Schlag der Lusitanos. Auffällige Merkmale des Altér Real Pferds sind seine braune Fellfarbe und das schwarze Langhaar. Im Gegensatz zum Lusitano besitzt er ein eher gerades Profil und keinen Ramskopf. Doch mit seinem quadratischen Körper, dem gut aufgesetzten, gebogenen Hals und der abfallenden Kruppe entspricht auch dieser Warmblüter einem typisch barocken Pferdetyp. Darüber hinaus bestehen auch Ähnlichkeiten zu anderen iberischen Pferden wie dem PRE oder dem Andalusier.

Sowohl Dressur- als auch Freizeitreiter schätzen den ausgeglichenen Charakter eines Altér Reals. Ihre hohe Lernbereitschaft, gepaart mit einem sehr ruhigen Temperament und einem intelligenten, äußerst nervenstarken Wesen sind hierfür ausschlaggebend. Mit ihrer eleganten Erscheinung und ihren ausdrucksstarken Gängen sind sie wie geschaffen für den Dressursport, insbesondere für Lektionen der Hohen Schule. Auch in der sogenannten „Working Equitation“ machen sie eine gute Figur. Hierbei handelt es sich um eine Reitweise, die ursprünglich aus der Arbeit mit Rinderherden entstammt und sich mittlerweile zu einer Turniersportdisziplin entwickelt hat. Um diese Disziplin erfolgreich zu meistern, muss ein Pferd besonders schnell und wendig sein – Eigenschaften, auf welche die Verwandten der Lusitanos seit Jahrhunderten hingezüchtet wurden. Auch in anderen Lektion wie dem Springen oder Fahren machen die portugiesischen Warmblut-Pferde eine gute Figur und stellen so ihre Vielseitigkeit einmal mehr unter Beweis.

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