Ist der Schweif locker und pendelt leicht hin und her, ist das Pferd zufrieden und ausgeglichen

Eigentlich gibt es kaum ein Körperteil beim Pferd, welches es nicht zur Kommunikation nutzt. Dazu gehört auch der Schweif! Anhand des Pferdeschwanz und dessen Haare kann auch der Gesundheitszustand des Pferdes abgelesen werden. Ist das Pferdehaar, ähnlich wie das Fell, schön und glänzend, fühlt der Vierbeiner sich rund um wohl. Auch die Dichte, Farbe und Länge können ein Indikator sein. Der Schweif spielt daher eine große Rolle für das Pferd, aber auch für die Verständigung zu anderen Artgenossen und den Menschen.

Die Anatomie des Pferdeschweifs 

Der Schweif beginnt nicht erst bei den Haaren, sondern bei der Schweifrübe. Die Schweifrübe besteht selbst aus bis zu zwanzig Wirbeln und stellt das Ende der Wirbelsäule dar. Der Pferdeschweif selbst hängt somit an der Schweifrübe und dem Muskel, der den Schweif bewegt. Bei gesunden und gut entwickelten Tieren, sollte der Pferdeschweif fast waagerecht stehen und gerade sein. Ein schiefer Pferdeschwanz kann auf Verspannungen hindeuten, die sich über den gesamten Rücken des Pferdes ziehen. Daher ist ein gepflegter Pferdeschweif ebenso wichtig wie beispielsweise die Haltung von Kopf und Hals. Sind die anderen Muskelpartien entspannt, kann der Pferdeschweif mühelos bewegt werden und das Pferd kann uneingenommen vermitteln wie es sich fühlt.

Die Kommunikation mithilfe des Pferdeschweifs

Die edlen Vierbeiner zeigen, wie bereits erwähnt, ihre Gefühle durch den Einsatz ihres Schweifs. Hängt dieser zum Beispiel locker und baumelnd herunter, ist das Pferd entspannt oder gar gelangweilt. Wenn die Haarpracht in Bewegung leicht angehoben ist und locker hin und her pendelt, ist das Pferd zufrieden und ausgeglichen, weshalb diese Schweifhaltung beim Reiten explizit gewünscht ist. 

Schlecht ist es hingegen, wenn das Tier aufgeregt und stark mit dem Schweif kraftvoll schlägt, da es damit Unwillen und Unzufriedenheit signalisiert. Natürlich wird diese Bewegung auch genutzt, um Fliegen oder andere Störenfriede zu verscheuchen – hier ist also genau darauf zu achten, welche weiteren Signale das Pferd aussendet, um zu verstehen, was gemeint ist. 

Ein zwischen die Hinterbeine geklemmter Schweif zeigt – ähnlich wie beispielsweise beim Hund – Angst und Unwohlsein. Ist er jedoch steil angehoben und wird wie eine „Fahne“ getragen, ist der Vierbeiner ausgelassen und übermütig oder aber aufgeregt.

Schweifmassage und Pflege

Sollte es bei Pferden zu Verspannungen kommen, kann eine kleine Massage regelrechte Wunder bewirken. Die Schweifrübe kann dabei leicht gedehnt und massiert werden. Kleine kreisende Bewegungen anhand des Schweifs lösen die Verspannungen und die Pferde lieben es!
Außerdem ist es wichtig das Rosshaar nicht wie bei der Mähne einfach zu bürsten, da Haare währenddessen herausgerissen werden können, sondern sie vorsichtig mit den Fingern zu verlesen. Ein Kamm kann bei der Prozedur auch helfen.